Konzertabend: "Fine Art Music" spannte einen Liederbogen mit Interpretationen von Popsongs bis hin zu bekannten Musicalmelodien
Gesanglich rund um den Globus
Von unserem Mitarbeiter Volker Widdrat
Brühl. Eigentlich hätte das Chorkonzert in der Rohrhofer Michaelskirche schon Anfang Oktober stattfinden sollen, doch der Chor "Fine Art Music" hatte damals noch kurz vorher absagen müssen. Jetzt passte bei dem Ensemble des vor knapp drei Jahren gegründeten Vereins "Nicht ohne Musik" aber alles, so dass dem abendlichen Kunstgenuss in dem katholischen Gotteshaus nichts mehr im Weg stand.
Pfarrer Walter Sauer stellte der Begrüßung des Publikums ein gemeinsames Gebet voran, bevor "Fine Art Music" den Liederbogen spannte mit Interpretationen von Popsongs bis hin zu bekannten Musicalmelodien.
Es war sogar erst das dritte Chorkonzert der 26 Sängerinnen und Sänger, die sich unter der Leitung von Joe Völker aus verschiedenen Gruppen und regionalen Musicalproduktionen zusammengefunden haben und vor etwa einem Jahr ihr Debüt gaben, doch die Qualität des Auftritts in St. Michael dürfte den Stimmenkünstlern viele weitere Fans beschert haben.
Die Liebe zur Musik bewiesen
Der Streifzug durch die Pop- und Rockmusik begann mit "Spinning Wheel", dem Ende der 60er Jahre entstandenen Riesenhit von Blood Sweat & Tears. "Es geht um unsere Liebe zur Musik", hatte Chorleiter Völker, der sein Ensemble am Klavier begleitete, versprochen, die verschiedenen berühmten Chorsounds sollten das eindrücklich vermitteln.
Stevie Wonders "Don't you worry 'bout a thing" folgte, der Gospelklassiker "Josua fit the battle of Jericho" brachte noch mehr Bewegung ins Kirchenschiff und "I've got the music in me" von Bias Boshell steigerte das noch.
Nachdenklich ging es weiter: "The boogie woogie bugle boy" ist ein Lied aus dem Jahr 1941, das in der Originalversion von den Andrews Sisters aufgenommen wurde und während des Weltkrieges zur Volkshymne wurde. Noch vor der Pause zollte "Fine Art Music" dann den Musicals Respekt, auch dabei zeichneten sich die rund zehn Solisten des stimmungsvollen Chors aus: Medleys von Klassikern wie "Hair", "Jekyll & Hyde" oder "Miss Saigon" kamen perfekt rüber.
Freddie Mercurys "The show must go on" zauberte nach der längeren Unterbrechung, in der die Veranstalter mit Sekt und Glühwein bewirteten, die unvergessliche Queen- Musik in die Kirche.
Ohrwürmer im Gotteshaus
Weiter ging es mit "Adiemus", einem Lied in Lautsprache, das der walisische Komponist Karl Jenkins 1994 für einen Werbespot der amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines komponiert hatte.
Und schließlich war Mitsingen angesagt, als der unvergleichliche Afrika-Sound von "Pata, pata", der Hymne, die seit der Fußball-Weltmeisterschaft in den Ohren ist, durch das Gotteshaus klang. Alle Männer in der Zuhörerschaft gaben die große Trommel, alle Frauen sorgten für die hohe stimmliche Begleitung dieses Riesenhits von Miriam Makeba.
Beeindruckender Liedermarathon
Wunderschön vorgetragen wurde auch der Song "Weather With You" von Crowded House, oder der Titel "I've got to sing my song" von der amerikanischen Soul-Sängerin Oleta Adams. Bald gab es stehend überbrachte Ovationen für "Fine Art Music", schließlich merkte man allen Sängerinnen und Sängern an, wie groß die Begeisterung für Rock, Jazz, Pop und Musical ist.
"Music was my first love" — die unvergessliche Hymne von John Miles sollte dann der Schlusspunkt eines begeisternden Konzerts sein, mit dem sich Joe Völker und sein Chor nach einem beeindruckenden Liedermarathon von ihrem Publikum verabschiedeten.
