Mit „Fine Art Music” präsentierte sich im Ferdinand-Schmid-Haus eine neue Chorgemeinschaft, die beim Publikum sicht- und hörbar guten Anklang fand.
Eine baumstarke Chorgemeinschaft
Von unserem Mitarbeiter Carlo Weippert
KETSCH. Die Ziele der derzeit 24 motivierten Chorsängerinnen und Chorsänger sind hochgesteckt, Fleiß in starker Probenarbeit und ein solides Fundament mit Chorleiter Joe Völker lassen die Vorgaben bei dem Debüt-Konzert in ein Zwei-Stunden-Programm einfließen, dem sich niemand im Ferdinand-Schmid-Haus entziehen konnte und wollte.
„Wir schaffen das, denn wir sind eine baumstarke Chorgemeinschaft mit hoher Begeisterung für Popmusik, Musical und rockigen Jazz!” Zusammengefunden in der Kurpfalz, ansässig in Ketsch, mit einem etablierten musikalischen Leiter und swingenden Pianisten Joe Völker — der Sonntagabend wurde zum knackigen Vorspiel.
„Spinning Wheel”, Ende der 60er Jahre als Hammer in die Charts katapultiert, machte diesen swingenden Abend auf. Für 24 Stimmen im Frontalangriff auf mitklatschende Hände und wackelnde Hüften im Saal ging der Start gleich voll ins Plus der Begeisterung. Durch den Jazz- und Popartisten Stevie Wonder und „Don’t you worry ’bout a thing” angeschoben, hinreißend umgesetzt, rollte förmlich die Bühne im Twobeat mit, von Joe Völker dezent unterlegt, durch Siebener-Harmonien exakt übergeleitet.
Genuss für Ohr und Auge
Beatles-Nummern, Takes aus „Hair” und Gospel-Evergreens („Josua fit the battle of Jericho — and the qwalls came tumbling down”) brachten den Saal in Bewegung. Wer da ruhig sitzen blieb, musste wohl an irgendetwas leiden. Soloparts in hoher Motivation, von Scat-Stimmen im Back getragen, bauten sich ohne Probleme in den Ablauf der Songs ein, durch den Leader am Piano in saubere Tempi und Stopps gelegt, ein Genuss für Ohr und Auge. Quint-Sept-Schlüsse als Jazz-Phrasierungen, Crescendi im Ton und absolute Konzentration auf die Abläufe zogen sofort ins direkte Ergebnis, einige Blue-Notes schoben ihre ganz eigenen Spannungen herein, sonst eher schwarzen Musikern in „Dirty Notes” vorbehalten. Shuffle-Piano, Jazz-Trompete und Welthits von Mirian Makeba („Pata-Pata”) und Oleta Adams („I’ve got to sing my song”) fanden auch und gerade bei ältern Semestern ihre Wege zu Swing und rockigen Musical-Melodien. Der Chor „Fine Art Music”, also Motto von dem Verein „Nicht ohne Musik” fein integriert, vermittelt neue, lebendige Impulse in die Kurpfalz und weiter.
